Erfolgreiche Protestaktion

Wir wollen keine halben Sachen!

Unter diesem Stichwort versammelten sich heute die Belegschaften der beiden Berner Tageszeitungen «Der Bund» und «Berner Zeitung». Rund 80 Journalistinnen und Journalisten kamen vor dem Redaktionsgebäude zusammen, um das Ende des Berner Modells zu markieren.

Seit April ist es offiziell: Die Redaktionen von Bund und BZ werden zusammengelegt. Aus einer Hand sollen künftig zwei Zeitungen bedient werden. Dies bedeutet nicht nur einen Abbau der Medienvielfalt, sondern auch einen massiven Abbau von Stellen. Angekündigt wurde die Kündigung von zirka 20 Vollzeitstellen. Konkret werden etwa 30 Menschen entlassen.

Auf Wunsch der Angestellten formiert sich Widerstand gegen den Abbau sowie die Art und Weise, wie dieser über die Bühne geht. Besonders die beschönigende Kommunikationsweise von Tamedia wird stark kritisiert. Der Konzern spricht von Chancen, davon Synergien zu nutzen und betont immer wieder, dass dadurch die grösste Redaktion im Kanton entsteht. Die Innensicht der Arbeitnehmenden sieht anders aus: Sie sehen darin eine Sparmassnahme, unter der die lokale Berichterstattung leidet.

Heute erstmals trugen die Angestellten ihre Botschaft auf die Strasse: Im Rahmen einer grossen Protestaktion wurden verschiedene Ansprachen gehalten – von Vertretern der Personalkommission, der Gewerkschaft Syndicom als auch aus der Belegschaft direkt. So wurden beispielsweise erneut die Forderungen erwähnt, welche auch im Manifest niedergeschrieben sind (mehr dazu hier).

Das Highlight der Protestaktion stellte das Zersägen des Berner Modells dar: Stellvertretend für Tamedia wurde zur Motorsäge gegriffen und ein extra für diesen Anlass gezimmertes Holzhaus zersägt. So fiel das Berner Modell mit lautem Krachen auseinander.

Das Berner Modell: Es symbolisiert zwei Zeitungen unter einem Verlagsdach, so wie die «Berner Zeitung» und «Der Bund» die letzten 17 Jahre funktioniert haben. Beide gehören dem Medienhaus Tamedia an, agierten jedoch unabhängig und standen in belebender Konkurrenz zueinander. Damit soll ab Oktober 2021 Schluss sein.

Die heutige Zusammenkunft wurde von den Teilnehmenden sehr geschätzt. Einerseits sei es wichtig, unsere Innensicht als Belegschaft zu präsentieren. Andererseits konnte man in dieser durch Homeoffice geprägten Zeit der Isolation endlich einmal wieder zusammenkommen und sich persönlich begegnen.

Die Aktionsgruppe «Keine halben Sachen!» plant den Druck aufrecht zu halten. Der erste grosse Schritt wurde heute getan. Über diese Webseite sowie über unseren Twitterkanal halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.

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