Judith Pörksen Roder

«Meinungsvielfalt, Dialog und eine respektvolle wie lebendige Diskussionskultur sind Teil des reformierten Selbstverständnisses. Gemäss Kirchenordnung hat unsere Kirche den Auftrag, sich für eine demokratische Medienpolitik einzusetzen, die der kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Vielfalt Rechnung trägt. Dadurch, dass die Redaktorinnen und Redaktoren von Bund und Berner Zeitung sehr verschiedene Erfahrungen und Einstellungen auch zu religiösen Fragen haben, wird die Vielfalt gewährleistet. Die geplante Fusion von Bund und Berner Zeitung ist daher sehr bedauerlich.

Gerade in der Corona-Pandemie haben die beiden Redaktionen mit Beiträgen zu kirchlichen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven viel zur seelischen und sozialdiakonischen Sensibilisierung der Bevölkerung beigetragen. Mit der Fusion und dem einhergehenden Stellenabbau ist die Gefahr gross, dass gerade solches unter den Tisch fällt. Wir hoffen sehr, dass Tamedia den Entscheid nochmals überdenkt und ihre Verantwortung für die Vielfalt der Schweizer Medienlandschaft wahrnimmt. Denn Meinungsvielfalt ist gerade in der jetzigen Situation wichtig für eine solidarische Gesellschaft.»

Judith Pörksen Roder
Synodalratspräsidentin der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn